Offener Brief der Kirchengemeinden Gauersheim, Ilbesheim, Rittersheim und Stetten zur geplanten Strukturreform der Protestantischen Landeskirche der Pfalz
An die Mitglieder der Landessynode der Protestantischen Landeskirche bder Pfalz,
an die Mitglieder des Landeskirchenrates,
an alle Gemeindeglieder und Freundinnen und Freunde der Kirche,
mit Bestürzung und tiefer Sorge blicken wir als Kirchengemeinden Gauersheim, Ilbesheim, Rittersheim und Stetten auf die geplante Strukturreform der Protestantischen Landeskirche der Pfalz. Die angekündigten Maßnahmen - insbesondere die Abschaffung des Körperschaftsstatus für Kirchengemeinden - greifen tief in das Wesen und Selbstverständnis unserer Kirche vor Ort ein.
Wir erleben täglich, wie Kirche durch Menschen lebt: durch Engagement, durch Verantwortung, durch Herzblut. Unsere Gemeindeglieder gestalten Gottesdienste, besuchen Kranke, tragen Verantwortung für Gebäude, Finanzen, Kinder- und Jugendarbeit, Seelsorge und vieles mehr. Dieses vielfältige Leben ist nur möglich, weil wir als Gemeinde vor Ort Entscheidungen treffen können.
Wir sollen weiterhin „vor Ort wirken", aber ohne über unsere Mittel, unser Vermögen, unsere Zukunft entscheiden zu dürfen? Das ist nicht nur eine strukturelle Reform - es ist praktisch eine Enteignung. Die Ergebnisse unserer Umfrage „Wie wollen wir weitermachen" zeigen eindrücklich den emotionalen Bezug der Kirchenmitglieder zur Kirche als sichtbarem und identitätsstiftenden Ausdruck ihres Glaubens. Dieser Bezug wird gemindert, wenn die Kirche nicht mehr der eigenen Kirchengemeinde gehört.
Die rechtliche Selbständigkeit unserer Kirchengemeinde ist seit jeher Grundlage und Ausdruck verantwortungsvoller Gemeindearbeit. Sie ermöglicht es uns, über unsere Ressourcen, unser Vermögen und unsere Gebäude selbstbestimmt und im Sinne der Menschen vor Ort zu verfügen. Diese Eigenverantwortung bildet die Basis für ein lebendiges Gemeindeleben und für ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement. Einsparungen sollten nicht um den Preis unserer Selbständigkeit erkauft werden und nicht um den Preis einer immer weiter sich aufblähenden zentralistischen Verwaltung, die dabei ist, das Engagement vor Ort zu untergraben.
Wir fordern:
− Den Erhalt unserer rechtlichen Selbstständigkeit
− Den Schutz unseres Gemeindevermögens für das Leben vor Ort
− Einen echten Dialog auf Augenhöhe über mögliche Reformen
Wir rufen alle Verantwortlichen in Kirche und Synode auf: Kehren Sie um. Vertrauen Sie den Gemeinden. Stärken Sie das, was unsere Kirche lebendig macht - die Menschen, die vor Ort glauben, hoffen, lieben und handeln. Sollte die Landessynode dennoch an den geplanten Maßnahmen festhalten, werden wir alle Mittel ausschöpfen, um unsere Selbständigkeit und unser Eigentum zu bewahren.
Die Presbyterien