Stellungnahme des Haßlocher Presbyteriums zum geplanten Entzug des Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts

Die Pfälzische Landeskirche steht vor großen Herausforderungen: Mitglieder- und Finanzierungsverlust sowie fehlender theologischer Nachwuchs belasten auch unsere Prot. Kirchengemeinde Haßloch. Die Vorschläge der Landessynode wie die Reduzierung der Dekanate oder die zentrale Verwaltung von Kitas sind nachvollziehbare Schritte zur Konsolidierung.

Unsere Kritik

Wir lehnen den Plan ab, den Status der Kirchengemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts aufzugeben. Dies würde die Selbstverwaltung und Selbstorganisation der Gemeinden massiv einschränken. Studien zeigen, dass sich Menschen eher ehrenamtlich engagieren, wenn sie Gestaltungsmöglichkeiten haben. Genau diese werden durch die geplante Verfassungsänderung jedoch stark beschnitten. Wir befürchten, dass es dadurch noch schwieriger wird, engagierte Frauen und Männer für die kirchliche Arbeit  - allgemein und im Presbyterium - zu gewinnen.

In Haßloch haben wir uns in einem intensiven Prozess im Rahmen von „Räume für Morgen“ darauf verständigt, kirchliche Gebäude zu reduzieren. Viele Gemeinden haben ähnliche Anstrengungen unternommen. Es wirkt wie eine Entmündigung, wenn nun die Verantwortung vor Ort entzogen werden soll.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Transparenz bei den behaupteten Einsparungen: Das Eckpunktepapier liefert keine überzeugenden finanziellen Gründe, warum die Aufgabe des Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts zu Einsparungen von über 6 Millionen Euro führen soll.

Kirche setzt sich für Demokratie ein, die weltweit gefährdet ist. Demokratie lebt auch von Beteiligung vor Ort und muss immer wieder auch praktiziert werden. Ausgerechnet jetzt sollen in der Pfälzischen Landeskirche die Strukturen geändert werden, dass von oben nach unten bestimmt wird.

Um Pfarrerinnen und Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und ihnen mehr Zeit für Seelsorge und Gottesdienste zu geben, schlagen wir alternativ vor: Ehrenamtliche Presbyter oder Presbyterinnen könnten Leitungsaufgaben in der Gemeinde übernehmen und dafür eine Aufwandsentschädigung erhalten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Fachkräfte aus der Verwaltung die Geschäftsführung von Kirchengemeinden übernehmen und Ehrenamtliche unterstützen. Beide Ansätze stärken die Gemeinde und schaffen Freiräume für die kirchliche Arbeit.

18.9.2025

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