Was die Basis befürchtet
Leserbrief des Presbyterium vom 9.9.2025 in der RheinPfalz im Regionalteil Bad Dürkheim
Das Presbyterium der protestantischen Kirchengemeinde Wachenheim ist über die Pläne der Führung der evangelischen Landeskirche, den Kirchengemeinden den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts zu entziehen, entsetzt.
Wir erleben Tag für Tag, wie Kirche vor Ort lebendig ist: im Gottesdienst, in der Seelsorge, durch Feste, Veranstaltungen aber auch durch unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Genau hier, in den Gemeinden, geschieht Kirche von unten! Ohne starke, selbstständige Gemeinden gibt es keine lebendige Kirche. Wer die Basis schwächt, zerstört zudem das Fundament protestantischer Identität.
Die Presbyterien, die seit jeher das Rückgrat der evangelischen Kirche bilden, sollen degradiert werden: Eigentum, Finanzen und Einfluss sollen möglichst schnell entzogen und in anonyme Strukturen verlagert werden. Was als „Entlastung“ verkauft wird, bedeutet in Wahrheit Entmachtung und Entmündigung. Wir werden den Eindruck nicht los, dass der vorhandene finanzielle Druck der Landeskirche durch das Vermögen und das Eigentum der Kirchengemeinden ausgeglichen werden soll.
Wer wird sich künftig noch ehrenamtlich engagieren, wenn die Gemeinden kein eigenes Geld mehr haben, um notwendige Investitionen zu finanzieren. Entscheidungen werden auf Distanz getroffen und wir dürfen verwalten, was übrig bleibt ? Grundstücke, die von Wachenheimern bewusst an die lokale Kirchengemeinde vermacht wurden, werden einfach übernommen. Kostenlose, aber sehr engagierte Ehrenamtliche werden ersetzt durch neu einzustellende Fachkräfte in der Kirchenverwaltung, denn sonst können die Aufgaben nicht gestemmt werden.
Die Selbständigkeit der Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts müssen erhalten bleiben. Eigentum und Gestaltungsspielräume müssen dort bleiben, wo Verantwortung getragen wird. Die Kirchenleitung muss das Schnellverfahren zur Entmündigung beenden und den ehrlichen Dialog mit der Basis führen. Eine Kirche ist kein Wirtschaftsunternehmen, dass den Empfehlungen von „Beratern“ folgen muss. Es geht um Menschen.
Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Wachenheim